Plötzlich selbstbewusst! Wie du mit Körpersprache selbstbewusster wirst … und wirkst.

Ein Gastbeitrag von Bianca Grünert von www.selbstbewusst-wirken.de


Deine Körpersprache lügt nicht. Sie verrät, wie du dich im Innersten fühlst – in guten, aber auch schlechten Momenten. Als Prüfling wirst du mit hochgezogenen Schultern als ängstlich wahrgenommen. Oder als Redner wirkst du unsicher, wenn du von einem Bein aufs andere tippelst und deine Arme verschließt. Deine Körpersprache drückt dein Empfinden aus. Wissenschaftliche Studien kommen auch zu dem Ergebnis, dass Körpersprache sogar auch nach innen wirkt und dass deine äußere Haltung auf dich selbst abfärbt. Eine selbstbewusste Körpersprache hilft dir, dich selbstbewusster zu fühlen… und letztendlich auch so zu wirken. Wirklich keine Zauberei!

Dein Befinden beeinflusst deine Körpersprache

Machen wir in Gedanken einen kleinen Ausflug. Stell dir vor, du hattest einen richtig miserablen Tag. Du fühlst dich traurig und hilflos. Du willst abends nur noch nach Hause. Beantworte die folgenden Fragen: Wie gehst du heim? Wie ist deine Körperspannung? Was machen deine Schultern und Arme? Schaust du Menschen an? In welche Richtung zeigen deine Mundwinkel?

Du stimmst mir sicher zu: In solch einer Stimmung umarmst du nicht die Welt, sondern schlurfst mit hängenden Schultern nach Hause. Du machst dich klein, verschließt dich und meidest Blickkontakt. Dein Befinden ist dir sogar ins Gesicht geschrieben und deine Mundwinkel hängen nach unten. Den miserablen Tag sieht man dir an. Deine Stimmung wird durch deine Körpersprache ausgedrückt.

Und wie ist das an guten Tagen? Erinnerst du dich noch, als dir das letzte Mal etwas richtig gut gelungen ist? Vielleicht hast du die Arme in die Luft gereckt. Hast über beide Backen gestrahlt. Warst aufgerichtet, voller Energie und hast dich groß gemacht. Deine gute Stimmung war sicher sichtbar.

Was dein Körper ausdrückt, passiert ganz automatisch, denn unser Gefühlszentrum ist eng mit unseren Muskeln verdrahtet. Du rutscht in eine Stimmung… prompt drückst du sie mit deiner Körperhaltung und Mimik aus. Diese Verbindung zwischen Empfinden und Körpersprache existiert schon ewig, denn bevor wir Menschen sprechen konnten, haben wir nur mit unserem Körper geredet. Jetzt sprechen wir zwar auch Worte aus, doch noch immer redet unser Körper ein gehöriges Wort mit. Wenn du dich selbstbewusst und sicher fühlst, ist das ja auch gut. Doch wenn du gerade verunsichert bist…

Stimmung und Körpersprache fahren zweigleisig

Ich habe eine richtig gute Nachricht: Die Stimmung-Körpersprache-Verbindung ist eine Zwei-Bahn-Straße. Es geht auch in die andere Richtung. Mit deiner Körpersprache kannst du beeinflussen, wie du dich fühlst. Wenn du merkst, dass du verunsichert bist und dich klein machst, dann nimm den Kopf hoch und richte deinen Oberkörper auf. Oder wenn deine Mundwinkel nach unten ziehen, dann ziehe sie hoch zu den Ohren und lächle. Wenn dein Gang schleppend ist, dann lege einen zielgerichteten Zahn zu. Du kannst alle möglichen Muskelpartien entweder anspannen oder entspannen. Eine andere Körperhaltung wird deine Stimmung verändern.

Stell dir eine Prüfungssituation oder eine Präsentation vor einem großen Publikum vor. Wie gut wäre es, wenn du mehr Selbstvertrauen hättest und weniger gestresst bist? Wie viel besser würde deine Leistung sein? Ändere doch einfach deine Körpersprache. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Nein!

Körpersprache zaubert Selbstbewusstsein

Wie Körpersprache unsere Gefühle und unseren Hormonhaushalt beeinflusst, untersuchte die Psychologin Amy Cuddy und ihr Team von der Harvard Business School. Sie fanden heraus, dass Menschen selbstbewusster werden, indem sie einfach nur ihre Körpersprache ändern. Dieser Effekt ließ sich auch an zwei Hormonwerten – Testosteron und Cortisol – nachweisen.

Dazu sollten Studienteilnehmer zwei Minuten in einer Gewinner-Haltung oder Power-Pose verharren – eine offene und positive Körpersprache darstellen. Dabei wurden die Arme in die Luft gereckt, hinterm Kopf verschränkt oder in die Hüften gestemmt. Der Körper hat Spannung und die Füße stehen breit auseinander.

Nach diesen zwei Minuten fühlten sich die Probanden sicherer und selbstbewusster. Bei den Untersuchungen hat sich gezeigt, dass der Hormonspiegel von Testosteron – auch verantwortlich für Selbstvertrauen, Ehrgeiz und Dominanz – angestiegen ist. Die Teilnehmer fühlten sich nicht nur subjektiv selbstsicherer, sondern dieser Effekt ließ sich auch durch den gestiegenen Testosteronwert nachweisen. Außerdem hat das Stresshormon Cortisol abgenommen, so dass die Teilnehmer weniger gestresst waren.

Ergebnis: Körpersprache beeinflusst dein Empfinden. Du wirst selbstbewusster und entspannter durch Gewinner-Posen. Du brauchst einfach nur so tun, als ob du ein Gewinner bist. Fast wie Zauberei!

Mehr Selbstbewusstsein und eine positive Ausstrahlung? Dann tue so, als ob du selbstbewusst bist!

Das wichtigste ist: Sei wie du bist. Du bist, wie du bist und das ist ok so. Das hast du dir von klein auf antrainiert und funktioniert erst einmal. Es gibt jedoch auch besondere Momente, in denen du andere von dir oder deinen Idee überzeugen willst oder sogar musst. Dann lohnt es sich umso mehr, einen Blick auf deine Körpersprache zu werfen.

Vor einem besonderen Moment kannst du dich stärken, wenn du eine Zeit lang eine Gewinner-Pose einnimmst (Damit ich nicht dabei gesehen werde, gehe ich manchmal sogar auf die Toilette). Und im Kontakt kannst du darauf achten, dass du aufrecht stehst oder sitzt und deine Schultern entspannt sind. Hebe dein Brustbein etwas an. Stelle deine Füße hüftbreit auf die Erde und lass deine Hände offen und sichtbar. Und halte deinen Kopf gerade, entspanne deine Stirn und lächle auch mal (Ich lasse mich von geheimen Zeichen in meinen Unterlagen daran erinnern).

Nimm mit dem Körper ganz bewusst eine selbstsichere Haltung ein. Tue einfach so, als ob du selbstbewusst bist. Sie wirkt in diesem Moment. Und das wirkt auch auf dein Gegenüber. Wenn du aufrecht stehst, wirkst du am selbstbewusstesten. „Hierfür stehe ich selbstbewusst“ signalisierst du Anderen. Du wirst kompetenter wahrgenommen und dein Gegenüber reagiert ganz anders auf dich. Durch eine offene und aufrechte Körperhaltung ist deine Ausstrahlungskraft positiver.

Du schlägst also mit der „Ich tue so, als ob ich selbstbewusst bin – Haltung“ zwei Fliegen mit einer Klappe:
Selber fühlst du dich sicherer und wirst auch genauso von Anderen wahrgenommen.

Wofür ist das noch gut?

Durch eine gerade Haltung bekommst du eine andere Perspektive. Wenn du in einem Gespräch eine offene Körperhaltung und eine aufrechte Position einnimmst, gewinnst du eine andere Sicht auf die Dinge. Und so lassen sich festgefahrene Gespräche wieder in Gang bringen, weil die äußere Haltung das innere Empfinden verändert.

Und jetzt…
…strecke dich, lächle und tue so, als ob du selbstbewusst bist!

Herzliche Grüße und viel Spaß beim selbstbewusster fühlen.
Bianca Grünert


bianca-gruenert-2Bianca Grünert arbeitet mit Menschen, die ungern präsentieren und unsicher vor öffentlichen Auftritten sind. Sie zeigt ihnen, wie sie überzeugend präsentieren, sicher reden und selbstbewusst auftreten. Als Bühnenprofi macht Bianca Grünert seit mehr als 4 Jahren Menschen fit für die große und die kleine Bühne.

Ihre Mission: Dass Menschen selbstbewusster und erfolgreicher präsentieren.

Ihr Motto: Von innen leuchten. Nach außen strahlen.

Mehr über Bianca Grünert findest du auf www.selbstbewusst-wirken.de.


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