Ernährung 2/3 – das Verlangen entsteht in der Jugend

Lese hier den 2. Teil der Artikelserie „Warum wir essen, wie wir essen.“ Wenn Du den ersten Teil noch nicht gelesen haben solltest, hier gelangst Du zu ihm.


Zeit der Veränderung

Als Jugendlicher in der Pubertät ist man vielen Veränderungen im Denken und Fühlen ausgesetzt. Man bemerkt, dass sich der Körper verändert und diese körperlichen Veränderungen nicht wirklich synchron mit dem Denken und Fühlen überein gehen.

So ist es nicht selten, dass ein Jugendlicher von außen älter wirkt als er sich innerlich selbst wahrnimmt oder umgekehrt. Hier kann es dann zu Verschiebungen kommen, die zu inneren Konflikten führen. Vielleicht hast Du das selbst erlebt, dass Du in deiner Jugend ebenfalls falsch eingeschätzt wurdest. Du wirktest älter als Du dich selbst innerlich gefühlt hast und aufgrund dessen wurden Erwartungen an dich gestellt, die Du noch gar nicht erfüllen wolltest oder konntest. Es kann auch sein, dass es bei dir genau anders herum war. Womöglich wirktest Du von außen jünger und unreifer als Du innerlich warst und wurdest unterschätzt.

Diese Veränderungen in der Außenwirkung und in einem Selbst können unterschiedlich wahrgenommen werden und unter Umständen somit auch zu einem schlechten inneren Gefühl führen. Der Teenager fühlt sich in der Pubertät missverstanden. Er versteht sich zum Teil ja nicht einmal selbst.

Hinzu kommen höhere Anforderungen in der Schule und im zwischenmenschlichen Bereich unter Gleichaltrigen. Zu welcher „sozialen“ Gruppe man gehört, ob man die richtigen Klamotten trägt, gut aussieht usw..

Kurz um gesagt: Jugendlicher zu sein kann ganz schön anstrengend sein.

mobbing gleichaltrig

Wenn man nun zu den Jugendlichen gehört, die viel mit inneren Konflikten und negativen Gefühlen zu kämpfen haben, dann sucht das Unterbewusstsein für einem nach einer Lösung.

Das Unterbewusstsein greift auf Strategien zurück, die es bereits kennt.

Wie wir im ersten Teil der Artikelserie bereits besprochen haben, sind Süßigkeiten oder das Essen generell, als positiv oder etwas besonderes abgespeichert:

  • Süßigkeiten gelten als Belohnung = es entsteht ein gutes Gefühl
  • Süßigkeiten bekam man als Kind geschenkt = sie heben das Selbstwertgefühl an
  • Süßigkeiten/Essen wurde mit besonderen Anlässen verbunden.
    (z.B. Geburtstag, Krankheit (kümmern) …)

Somit ist es nicht verwunderlich, dass man so ein Gefühl/ein Verlangen verspürt etwas zu essen, wenn man sich schlecht fühlt. So wird klar, warum wir so gerne etwas Süßes essen, wenn wir uns schlecht fühlen und uns selbst belohnen wollen.

Als Teenie bist Du nicht mehr darauf angewiesen Süßigkeiten geschenkt zu bekommen. Du bekommst Taschengeld, hast vielleicht einen kleinen Job und kaufst dir deine Süßigkeiten halt selber. Soviel Du willst!

Es müssen aber nicht nur Süßigkeiten sein, denn erinnern wir uns daran:

  • Du hast als Kind bereits gelernt über den Sättigungspunkt hinaus zu essen (Iss schön den Teller leer.).
  • Dadurch hast Du dich als Kind bereits daran gewöhnt immer mehr und viel zu essen. Du hast Aufmerksamkeit dadurch bekommen. Ein guter Esser macht Mama stolz!

Du willst Anerkennung, du willst Aufmerksamkeit – über das Essen bekommst Du sie.

Auch wenn diese Aufmerksamkeit bedeutet das zugenommen wird. In dem Moment des Unwohlseins ist das egal. Das Unterbewusstsein denkt nicht über die Folgen nach. Es reagiert nur auf den Moment, die aktuellen Gefühle. Auch wenn dies bedeutet, dass der Körper zunimmt und so der Teufelskreis der schlechten Gefühle, des unzufrieden seins mit sich selbst beginnt.

Deshalb kommt es so häufig vor, dass übergewichtige Kinder auch in der Jugend weiterhin übergewichtig bleiben.

Im nächsten Teil dieser Serie schauen wir uns an, wie es dem Erwachsenen mit seinem Übergewicht geht und welche Faktoren es weiter aufrecht erhalten. Warum es mittlerweile zu einer Identifizierung mit sich als Übergewichtiger Mensch kommt und wie man ohne Diät abnehmen kann um gesund und zufrieden mit sich selbst zu leben.

Hier geht es zum dritten Teil dieser Artikelserie.

Bis bald!
Sascha

3 Replies to “Ernährung 2/3 – das Verlangen entsteht in der Jugend”

  1. Pingback: Ernährung 1/3 - Warum wir essen, wie wir essen. - BS Hypnose

  2. Pingback: Ernährung 3/3 - deine Überzeugungen - BS Hypnose

  3. Ben

    Das ist wirklich einer der besten Artikel die ich je darüber gelesen habe. Wirklich gut und genau beschrieben und auf eine Problematik hingewiesen, die oft gar nicht wahrgenommen wird. Wirklich super!

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